Natürliches Kohlensäuregas

Als Bad Schönau das Prickeln kennenlernte

Bad Schönau und das natürliche Kohlensäuregas sind eine Erfolgsgeschichte, die ganz unspektakulär begann. 1913 stieß man in Bad Schönau, das damals noch Schönau im Gebirge hieß, bei Bohrungen unerwartet auf eine Quelle: Aus der Tiefe trat nicht nur Mineralwasser, sondern auch freies Kohlensäuregas hervor. 1953 wurde sie offiziell zur Heilquelle erklärt – der Beginn der Kurtradition des Gesundheitsortes.

Eine sportlich gekleidete Frau füllt an einem Wasserhahn ein Glas mit Wasser, das an der Wand mit "Heilwasser" beschrieben wird.
©© Wiener Alpen/Martin Fülöp, Christian Kremsl

Von Schönau im Gebirge zu Bad Schönau

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    % natürliches Kohlensäuregas
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    Ernennung zur Heilquelle

Trocken baden

Mit über 95 % natürlichem Kohlensäuregas tritt das Gas aus dem Boden aus – unverfälscht und ohne Zusätze. Damit zählt Bad Schönau zu wenigen Orten in Österreich mit einem so reinen Vorkommen. Früher wurde es vor allem in Trockengasbädern angewandt. Das sind abgesenkte Becken, ganz ähnlich wie ein Schwimmbecken, aber ohne Wasser. Das Gas sammelt sich am Boden, umströmt die Beine und den Körper, während man im Bademantel entspannt ein Buch liest. Diese Methode gibt es auch heute noch, zu den aktuellen Anwendungen gehören aber auch warme Bäder mit kohlensäuregashaltigem Wasser oder die Carbovasal Therapie.

Über die Wirkung

Das Heilgas verbessert nachweislich die Durchblutung, erweitert die Gefäße, senkt den Blutdruck und unterstützt die Venenfunktion. Es fördert Heilprozesse bei Gelenken, Muskeln und schlecht heilenden Wunden. Menschen, die ihr Herz-Kreislauf-System unterstützen möchten, profitieren ebenso davon wie Sportler:innen.

  • Gefäßerweiterung der Hautgefäße – Durchblutungssteigerung
  • Senkung des arteriellen Blutdruckes – bei wiederholter Anwendung auch Langzeiteffekt
  • Reduktion der Venenkapazität durch Erhöhung des Venentonus
  • Stimulation der Vasomotion der Hautgefäße
  • Hämroheologischer Effekt: Absenken der Blutviskosität und Zunahme der Erythrozytenverformbarkeit, Verminderung der Trombozytenaggregation
  • Senkung der Empfindlichkeit der Kälterezeptoren und Stimulation der Wärmerezeptoren
  • Verbesserung der Wundheilung
  • Herzwirkung: Verlangsamung der Herzarbeit, Erhöhung des Schlagvolumens und des Herzminutenvolumens – Ökonomisierung des Herzens
  • Wirkung auf den Magen-Darm: Durchblutungssteigerung der Schleimhaut, Steigerung der Sekretionsvorgänge und der Resorptionsvorgänge, Anregung der Peristaltik
  • Wirkung auf die Nieren: Diuresesteigerung
  • Wirkung auf das Gehirn: Zentrale Sedierung
Im Vordergrund sind die Umrisse einer Frau zu erkennen. Sie blickt auf ein Schwimmbecken, mit Liegen am Beckenrand und einer Kirche im Hintergrund.
©© Wiener Alpen/Martin Fülöp, Christian Kremsl