• ©© Niederösterreich Werbung/Maximilian Pawlikowsky

UNESCO Welterbe Semmeringbahn

Wanderparadies und Architekturwunder

Der Bau der Semmeringbahn läutete im Kaiserreich die Moderne ein und verwandelte die Region zum Tourismus-Hotspot. Noch heute beeindruckt das architektonische Meisterwerk Besucher:innen aus aller Welt. Dahinter verbirgt sich aber auch die inspirierende Geschichte eines Mannes, der gegen alle Widerstände an seine Vision geglaubt hat.  

Wenn ich einer Touristengruppe die Kalte Rinne zeige, steht den Leuten der Mund offen. So haben schon die Schaulustigen in der Mitte des 19 Jahrhunderts dreingeschaut, die extra von Wien hierher gereist sind, um beim Bau der Bahn zuzusehen.

HORST SCHRÖTTNER, Altbürgermeister von Semmering und Obmann des Vereins der Freunde der Semmeringbahn
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    Tunnels
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    Viadukte
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    gewölbte Brücken
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    Kilometer Länge

Ein Höhenunterschied von rund 500 Metern

Die Semmeringbahn zwischen Gloggnitz und Mürzzuschlag war zur Zeit ihres Baus von 1848 bis 1854 eine Weltsensation

Wo vorher Wildnis war, erschloss Europas erste Hochgebirgsbahn nun ein Sommerfrische-Paradies für die gehobene k.u.k. Gesellschaft. Ansichten wie der bekannte „20-Schilling-Blick“ prägen die Semmering-Landschaft bis heute. 

Manche Viadukte verweisen mit ihren Namen auf die ferne Zeit vor der Bahn: Sie tragen die Namen der Bauern, die für den Bahnbau einen Teil ihres Grundes opfern mussten, etwa das Wagnergraben-Viadukt. Und oft sieht man von einem Blickplatz zum nächsten – also etwa von der Weinzettlwand auf den Semmering, das Südbahnhotel und den 20-Schilling-Blick. 

  • ©Wiener Alpen in Niederösterreich
    • Schwierigkeitschwer
    • Distanz20,07 km
    • Dauer5:04 h

    Bahnwanderweg: Semmering - Payerbach

    Wandertour

    ausgehend von Bahnhof Semmering

  • ©Tourismusverband Semmering-Rax-Schneeberg

    Blickplatz "Weinzettlwand"

    2673 Breitenstein
  • Semmering Bahnwanderweg, Bahnwandern, Wiener Alpen in Niederösterreich
    ©Wiener Alpen/nicoleseiser.at

    Blickplatz 20-Schilling-Blick

    2680 Semmering-Kurort
  • ©NÖW/Robin Uhte

    Doppelreiter Aussichtswarte am Wolfsbergkogel

    2680 Semmering-Kurort
  • ©Wiener Alpen in Niederösterreich - Semmering Rax
    • Schwierigkeitmittel
    • Distanz7,35 km
    • Dauer1:58 h

    Semmering - Kleine Zauberblickrunde

    Wandertour

    ausgehend von Passhöhe Semmering

  • ©©Horst Schröttner
    • Schwierigkeitschwer

    Semmering - kleine Zauberblickrunde im Winter

    Tour

    ausgehend von Passhöhe Semmering

UNESCO-Welterbe und lebendige Verkehrsader

Die 1998 zum UNESCO Welterbe ernannte Semmeringbahn ist aber nicht nur ein bedeutender Kulturschatz, sie blieb bis heute ein essenzieller Verkehrsweg. 

Manche Touristen erwarten eine Museumsbahn, dabei nützen noch immer jeden Tag bis zu 200 Züge die historische Trasse.

HORST SCHRÖTTNER, Altbürgermeister von Semmering und Obmann des Vereins der Freunde der Semmeringbahn

2Tipps

  • ©© Niederösterreich Werbung/Claudia Schlager

    Tipp 1: von Horst Schröttner

    Den Besuch im Welterbeinformationszentrum (gleich bei der Bahnstation) mit einer Fahrt im Regionalexpress und einer Wanderung am Bahnwanderweg kombinieren.

  • ©Nicole Seiser

    Tipp 2: Wanderlust und Weltkultur

    3 Tage Welterbe mit Übernachtung.

FAQ

5 Gründe, warum die Semmeringbahn UNESCO Welterbe ist 

Die Geschichte der Semmeringbahn

Wie ein Eisenbahnpionier die Alpen überwand

„Carl von Ghega war schon mit 18 Jahren Professor der Mathematik, ein geborenes Genie. Doch als er ankündigte, eine Eisenbahn über den Semmering bauen zu wollen, um Wien mit Triest zu verbinden – da erklärten ihn alle für verrückt“, sagt Horst Schröttner. Der Altbürgermeister von Semmering und Obmann des Vereins der Freunde der Semmeringbahn kann viele Geschichten über die Bedeutung des UNESCO Welterbes Semmeringbahn erzählen. Aber die vom österreichischen Ingenieur Carl Ritter von Ghega (1802-1860) ist die inspirierendste. „Als Ghega 1844 von seiner Studienreise aus den USA zurückkehrte, hatte er zwar alle Baupläne fertig gezeichnet“, sagt Schröttner, „Doch es gab ein Problem: Die Öffentlichkeit und vor allem die Architekten- und Ingenieursgemeinschaft liefen Sturm gegen seine Ideen und hielten sie für undurchführbar.“ 

Ghega ließ sich davon nicht beirren: Er beschränkte die Maximalsteigung auf 28 Promille, verband Gegenhänge mit Brücken und Viadukten und verdoppelte auf seiner kurvigen, an die natürliche Landschaft orientierten Trasse die Luftlinie um das Doppelte. Innerhalb von nur sechs Jahren bauten 20.000 Arbeiter:innen mit für heutige Verhältnisse primitiven technischen Mitteln (das Dynamit wurde erst zwölf Jahre später erfunden!) Europas erste Hochgebirgsbahn. Die Kosten dafür betrugen rund 24,6 Millionen Gulden. Das wären heute etwa 268 Millionen Euro.

Obwohl er bereits davor in den Ritterstand erhoben wurde, durfte Ghega seinen ultimativen Triumph nicht mehr erleben: Nach seinem Tod errichteten seine einst erbittertsten Gegner einen Gedenkstein, auf dessen Inschrift sie zerknirscht ihren Irrtum einräumten und Ghega Respekt zollten. Er steht heute vorm Ghega-Museum in Breitenstein.