Digitale und analoge Erfolgsmodelle für den Tourismus

Katzelsdorf, Oktober 2017

Wiener Alpen Tourismusgespräche: Was kann und muss ein Tourismusbetrieb unternehmen, um am Markt erfolgreich zu sein? Mit Fragen rund um Angebotsgestaltung, Gästegewinnung und Digitalisierung befassten sich die Wiener Alpen Tourismusgespräche am 10. Oktober in Pernitz.

Gut 120 Gäste begrüßten Markus Fürst, Geschäftsführer der Wiener Alpen in Niederösterreich Tourismus GmbH, und Hermann Hauer, Abgeordneter zum Niederösterreichischen Landtag, im Veranstaltungssaal Pernitz. Bei den diesjährigen Wiener Alpen Tourismusgesprächen standen Herausforderungen im Mittelpunkt, die Tourismusbetriebe aktuell zu meistern haben. In Gesprächsrunden stellten Gastgeber, Touristiker und Produzenten Best Practice-Beispiele vor.

Digitalisierung bringt Vorteile

Über ihre Erfahrungen mit der online-Vermarktung von zwei neu errichteten Ferienwohnungen sprach Mag. Veronika Nutz, „Urlaub am Bahnhof“-Gastgeberin aus Annaberg. Ein innovatives Kooperationsmodell, von dem vor allem kleinere Betriebe profitieren, stellten Mag. (FH) Claudia Glück-Hofbauer, ecoplus, und KR Gerhard Span, Betriebsinhaber aus Mitterbach. Das DorfResort Mitterbach vereint aktuell 200 Betten. Als zentrale Stelle für den Marktauftritt, Buchungen, Information, für die Schlüsselaus- und –rückgabe sowie für Service-, Reinigungs- und Hausmeisterdienste agiert die DorfRezeption. Mag. Roland Sint, Geschäftsführer der Tourismusregion Wörthersee, präsentierte die Wörthersee-App „visit wörthersee“, mit der Gäste alle wichtigen Informationen der Region in der Hosentasche haben.

Einblicke in die Welt der Influencer gab die Reisebloggerin Marion Vincenta Payr alias „Lady Venom“ und erläuterte, welche Möglichkeiten es für Betriebe gibt, mit Bloggern und Instagramern zu kooperieren. Die Referentin ist Instagramerin der ersten Stunde und betreibt den Reiseblog www.thetravelblog.at.

Originelle Angebote wecken Aufmerksamkeit

Der Schaubetrieb des Eis-Greisslers in Krumbach ist seit der Eröffnung ein viel besuchtes Ziel. Über 100.000 Besucher konnten heuer bereits am Hof verzeichnet werden. Welche Herausforderungen ein Schaubetrieb mit sich bringt, berichtete Andrea Blochberger. Neue Wege geht auch die Mostschank von Kerstin Kirnbauer in Prigglitz. Zu bestimmten Terminen macht das „Päuschen“, ein Food-Truck, Halt auf der Sonnenwiese hinter dem Hof und wird sich demnächst auch auf Reisen begeben. Gäste fürs „Päuschen“ gewinnt Kerstin Kirnbauer primär und mit Erfolg durch Facebook-Marketing.

Erfolg verspricht es auch, ganz auf Ruhe und Rückzug zu setzen, wie Peter Pichler jun. vom Molzbachhof in Kirchberg am Wechsel schilderte. Das „Holzbach“ – ein einzigartiger Vollholzbau ganz ohne Nägel, Schrauben und Leim – erweitert seit Juni das Stammhaus des zertifizierten Wander- und familiären Wellnesshotels. Mit Selbsterzeugtem punktet Dr. Stefan Gergely, Gastronom aus Wien. In Guntrams bei Schwarzau am Steinfeld hat er unter dem Namen „Guntrams 11“ einen neuen landwirtschaftlichen Betrieb eröffnet. Der Hofladen „Edelmacherei“ bietet selbsterzeugte Säfte, Marmeladen, Aufstriche und Bio-Eier. Samstags kann man hier frühstücken und bald schon können Gäste in (Arbeitstitel) „schwebenden Zimmern“ übernachten: in 50 m² großen, auf Säulen errichteten Holzbau-Zimmern mit direktem Blick zum Schneeberg.

Neue Impulse bringt die Niederösterreichische Landesausstellung 2019

Wie die ganze Region und wie vor allem Betriebe von der Niederösterreichischen Landesausstellung 2019 in Wiener Neustadt nachhaltig profitieren können, erläuterten Kurt Farasin von der Niederösterreichischen Landesausstellung, Prof. Christoph Madl, MAS, Geschäftsführer der Niederösterreich-Werbung, Stadtrat Franz Piribauer, MSc aus Wiener Neustadt sowie Markus Fürst, Geschäftsführer der Wiener Alpen in Niederösterreich Tourismus GmbH.

Inspirierender Ausklang

Zeit für vertiefende Gespräche und Erfahrungsaustausch gab es beim abschließenden Ausklang. Für kulinarische Kostproben aus der Region sorgten unter anderem die Fischzucht Heinz Heinisch aus Schwarzau am Gebirge und Peter Strobl von der Privatbrauerei Schneebergbräu. SchülerInnen der Tourismusschulen Semmering sorgten gekonnt für das reibungslose Service. Passend zum „Paradies der Blicke“, als das die Wiener Alpen bekannt sind, präsentierte Alexander Kowatschitsch sein Projekt „Polarlicht“: Eine überraschende Technik macht es möglich, Bilder und Botschaften erscheinen und wieder verschwinden zu lassen.

Bildbeschreibung:

Pressebild 1

Wiener Alpen Tourismusgespräche in Pernitz (v.l.n.r.): LAbg. Hermann Hauer, Prof. Christoph Madl, MAS (Niederösterreich-Werbung), Wiener Alpen Geschäftsführer Markus Fürst und der Pernitzer Bürgermeister Hubert Postiasi

Pressebild 2

Neben den Herausforderungen der Digitalisierung war auch die bevorstehende Landesausstellung Thema der Tourismusgespräche (v.l.n.r.): Stadtrat Franz Piribauer, MSC, Wiener Alpen Geschäftsführer Markus Fürst, Prof. Christoph Madl, MAS (Niederösterreich-Werbung)

Weitere Bilder vom Event (alle: ©Franz Baldauf)